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Was sehbehinderte und blinde Kinder jüngst zwischen Himmel und Erde beeindruckte
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Damals, im Frühsommer vor einem Jahr, bekam selbst Frank Miklis eine kleine Gänsehaut. Er, ein gestandener Mann und Flieger aus Leidenschaft obendrein, sollte einem Achtjährigen einen Herzenswunsch erfüllen: Einmal im Flugzeug fliegen dürfen. Das Besondere daran: Der Kleine war von Geburt an blind. Die schlichte Begründung seines Wunsches, man könne das Fliegen ja schließlich auch fühlen, beeindruckte den erfahrenen Piloten ungemein. Und lange vor dem Landeanflug stand für Frank Miklis fest: Solch ein Flug muß sich wiederholen, am besten mit einer ganzen Gruppe solch behinderter Kinder. Es war ermutigend zu sehen, wie dieser Junge tastete, suchte, fragte. Der konnte sich wirklich freuen. Andere Kinder fordern heutzutage nur noch. Dank der Vermittlung von Jens Joachimi und des Europäischen Bildungswerkes fand man Kontakt zum Internat der Brandenburgischen Schule für Blinde und Sehbehinderte in Königs Wusterhausen. Jüngst nun konnten Frank Miklis und seine Frau ihr Versprechen einlösen. Acht unterschiedlich stark behinderte Kinder aus dem Internat, darunter zwei völlig Blinde, kamen mit großen Erwartungen und "Hummeln im Bauch" in das kleine Dörfchen Locktow östlich von Belzig. "Nein, geflogen bin ich noch nie in meinem Leben", erzählte Dirk, der Siebzehnjährige aus Buberow bei Gransee. Bestimmt wird dies zu den fünf schönsten Erlebnissen seines jungen Lebens gehören. Und was waren die vier bisher schönsten Dinge? "Eine eineinhalbstündige Dampferfahrt auf der Elbe, ein Bergwerk 80 Meter unter der Erde, eine Gondelfahrt zu einem 1000 Meter hohen Berg bei Goslar und natürlich das Fußballspiel meiner Lieblingsmannschaft Hertha BSC, als ich neben dem Trainer Jürgen Röber saß." Es ist Mittwoch nachmittag. 15.35 Uhr. Nun wird es ernst mit dem Top-Erlebnis Nummer Fünf für Dirk. Betreuer schieben den Jungen im Rollstuhl zum Ultraleicht-Flugzeug. Es ist eines von jenen, die Frank Miklis seit Jahren selbst baut, erprobt und fliegt. Behende springt der Pilot aus der Kanzel, hilft beim "Einsteigen". Dirk bekommt gewaltig große Kopfhörer, Türen fallen sanft ins Schloß, der Motor springt an. Nach der Landung können wir wieder mit Dirk sprechen. Zunächst wollte das Lächeln in seinem Gesicht überhaupt nicht mehr weichen und er brauchte auch einige Zeit, das eben Erlebte in Worte zu fassen. "Also, es war einfach klasse. Und ich habe überhaupt kein Kribbeln im Bauch gehabt. Herr Miklis hat mir alles genau erklärt. Gesehen habe ich auch viel, die Bäume und die Wiesen, die Häuschen und die Autobahn. Auf einem Auge kann ich doch noch sehen". Flugzeuge aus der Nähe hatte Dirk schon mal in Tegel gesehen. Aber drin in solch einem Flieger war er noch nie. Es ist 16.10 Uhr. Auf Frank Miklis kommt eine besondere Herausforderung zu. Markus, der Neunjährige, steigt zu ihm ins Cockpit. Markus ist völlig blind. Behutsam gleiten des Jungen Hände über die Wandverkleidung am Einstieg, das Armaturenbrett, den Steuerknüppel. Jetzt kommt es wirklich darauf an, dem Jungen das Erlebnis Fliegen "fühlen" zu lassen. Sanftes Steigen und Sinken wechseln sich mit häufigem Kurvenflug ab. "Also, ich habe das schon mitgekriegt, wie wir gestartet sind. Da hört ja das Holpern auf und andere Geräusche macht das Flugzeug dann auch. Ich hatte selbst einen Steuerknüppel und konnte so genau merken, wie der Pilot lenkte. Wenn wir nach unten geflogen sind, hat es immer im Bauch gekitzelt. Wissen Sie, am liebsten möchte ich immer fliegen. Also, das muß ich morgen unbedingt Frau Schmidt, unserer Klassenlehrerin erzählen." Die anderen Kinder, die gerade nicht flogen, hatten auch keine Langeweile. Vom ÖWB-Verein aus Brück ist extra jemand raus zum Flugplatz gekommen, um mit ihnen kleine Gestecke aus getrockneten Naturmaterialien zu basteln. Gleich nebenan brutzelten leckere Würstchen auf Grill, andere übten sich im Dart oder leckten am Eis. Frank Miklis nennt keine Zahlen zu entstandenen Kosten. Wie ließen sich auch kanisterweise Flugbenzin, das Gegrillte und die aufgewendete Zeit je aufrechnen gegen dieses besondere Kinderlachen? Das ist unbezahlbar. |
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URL: http://www.fvv-brueck.de/miklis.de - Letzte Änderung: 6.7.2000 © FVV Brück - Impressum |