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Auf dem Weg zur pestizidfreien Kommune

02.07.2020

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Biozide) trägt wesentlich zum Verlust der biologischen Vielfalt bei. Zudem beeinträchtigt ein übermäßiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die Qualität der Umwelt, insbesondere von Boden und Wasser. All diese Beeinträchtigungen wirken sich auch auf die Lebensgrundlagen des Menschen aus.

Gerade im Hinblick auf die Dynamik in der Diskussion um Glyphosat und Neonicotinoide im Zusammenhang mit dem Insektensterben haben die amtsangehörigen Gemeinden eine Vorbildwirkung und Verantwortung bei einer nachhaltigen Nutzung der Ressourcen Wasser und Boden zu übernehmen.

Das Amt Brück ist bestrebt nachhaltige und ökologische Lösungen für die Erfüllung seiner  Aufgaben zu finden. Im Rahmen der Ortspflege wurde so zum Beispiel bereits die Artenvielfalt durch die aktive Anlage von Blühflächen als Nahrungshabitat und Rückzugsraum unterstützt, ebenso wie durch die Änderung bei der Pflege der Grünflächen mittels Reduzierung der Mahdintervalle.

Einen weiteren Schritt zur pestizidfreien Kommune hat das Amt Brück nun mit der Anschaffung des Heißwassergerätes unternommen. Seit der letzten Woche arbeitet das Amt Brück/ der Bauhof mit dem Verfahren der thermischen Wildkrautvernichtung mit Heißwasser. Dieses Prinzip beruht auf einer biochemischen Grundregel: Hitze zerstört die pflanzlichen Eiweiße, das Wildkraut kann keine Nährstoffe mehr transportieren und stirbt ab. Das Verfahren ist für die Umwelt unbedenklich und dennoch effektiv.

Ein weiterer Vorteil bei der Anschaffung des Gerätes, liegt in der Technik der Maschine. So kann mit dem Gerät auf allen Untergründen gearbeitet werden und ist auch für kritische und schlecht zugängliche Bereiche geeignet. Zudem vereint das Gerät mehrere Funktionen in einer Maschine. Sie kann als Heißwasser-Wildkrautvernichtung, Hochdruckreinigung mit unterschiedlichen Temperaturen sowie die Möglichkeit der Bewässerung von Grünpflanzen, hier selbstverständlich mit kaltem Wasser, genutzt werden.

Ein kompletter Verzicht auf Pflanzenschutzmittel in Kommunen ist schon heute möglich, ohne die Unterhaltungspflichten einer Gemeinde zu vernachlässigen. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) haben sich bisher über 500 Städte und Gemeinden entschieden, ihre Grünflächen ohne Pestizide oder mindestens ohne Glyphosat zu bewirtschaften. Auch das Amt Brück und die amtsangehörigen Gemeinden haben die Herausforderung erkannt und stellen sich der Verantwortung.

 

Foto: Das Heißwassergerät ermöglicht eine Unkrautvernichtung mit Heißwasser und ohne Pestizide